Novaja Gazeta
18/03/2012
Ekaterina Fomina
Das Patriarchat der Russisch-Orthodoxen Kirche bittet darum, die Journalisten, die über den Punk-Bittgottesdienst der Gruppe Pussy Riot in der Christi-Erlöser-Kirche berichtet haben, strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen unter Verweis auf § 282 StGB RF (Anstachelung zu nationaler, rassistischer oder religiöser Feindseligkeit, bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug )
In dem Brief, der von den Vertretern einer „Initiativgruppe“ an die Staatsanwaltschaft gerichtet wurde, heißt es, dass der Kreis der Personen, die die Aktion in der Christi-Erlöser-Kirche geplant und umgesetzt haben, größer sei als fünf Personen. „Es ist offensichtlich, dass die Korrespondenten der zentralen Zeitungen, z.B. der „Novaja Gazeta“ nicht zufällig während der gotteslästerlichen Aktion in der Christi-Erlöser-Kirche waren.“ heißt es in dem Brief. Ebenso bittet das Patriarchat um eine strafrechtliche Verfolgung derer, die die Aktion fotografiert, Ausrüstung getragen und die Teilnehmerinnen interviewt haben.
In dem Brief wird klargestellt, dass die Aktion im Vorfeld geplant worden war: „Die aufreizend grelle Kleidung, die Masken über den Gesichtern, die anzüglichen Bewegungen begleitet von beleidigenden Ausrufen vor dem Altar der Christi-Erlöser-Kirche zeugen davon, dass sie bewusst und nach vorheriger Absprache die Heiligtümer lächerlich machen.“
Der Text wurde heute am Ende des Gottesdienstes den Kirchenbesuchern vorgelesen. Den Kirchenbesuchern wird empfohlen, Initiativgruppen zu gründen, Unterschriften zu sammeln (Unterschriftenlisten gibt es als Anlage zu der Anzeige) und die Briefe selbständig an die Staatsanwaltschaft zu schicken.
Original der Anzeige: http://www.novayagazeta.ru/storage/c/2012/03/18/1332065148_348561_21.jpg
