Moskau, 7 Juni
Der Protodiakon Andrej Kuraev kritisierte die „theologischen Anstrengungen“ der Ermittler, die den Fall gegen die Bandmitglieder von Pussy Riot bearbeiten.
Wie Kuraev in seinem LiveJournal schreibt, legen die Ermittler den orthodoxen Kanon falsch aus, wenn sie das Betreten der Solea als Gotteslästerung bezeichnen.
„Unter Verstoß gegen das Gesetz drangen sie in den abgesperrten Teil der Kathedrale vor, der zur Durchführung heiliger religiöser Riten vorgesehen ist, wodurch sie in gotteslästerlicher Weise die Jahrhunderte alten Regeln und grundlegenden Vorgaben der russisch-orthodoxen Kirche missachteten. Hier werden unaufdringlich Solea und Altar gleichgesetzt, was an sich schon nicht sehr schicklich ist. Und was sind das für staatliche Gesetze (denn sie müssen doch wahrscheinlich staatlich sein, wenn ein Staatsanwalt darüber schreibt), die es verbieten, die Solea zu betreten?“ schreibt Kuraev.
Dabei merkt der Geistliche an, dass die Ermittler mit einer derartigen Formulierung die russisch-orthodoxe Kirche beleidigen. „Als was für Debile werden wir von dem Genossen Oberst hingestellt, wenn er schreibt, dass die „Jahrhunderte alten Regeln und grundlegenden Vorgaben der russisch-orthodoxen Kirche“ nicht das Evangelium sind, sondern ein von ihnen ausgedachtes Verbot für Nicht-Geistliche, an die Ikonen des Ikonostases auf der Solea heranzutreten“, empört sich Kuraev. […]
http://www.rosbalt.ru/moscow/2012/06/07/990038.html
