"An den drei Frauen wird ein Exempel statuiert"

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), kritisiert das Verhalten der russischen Regierung. Die Behandlung der drei Künstlerinnen sei absolut "unverhältnismäßig". Der Prozess erwecke den Eindruck, nicht fair zu sein und sei außerdem "völlig überdimensioniert", so Löning. An den drei Künstlerinnen, "die sich gegen Herrn Putin gewandt haben, die Kritik an der orthodoxen Kirche geäußert haben – an denen soll offensichtlich ein Exempel statuiert werden", so der FDP-Politiker. Der Prozess lasse Schlimmstes befürchten.

Das Wichtigste sein, dass die Frauen sofort auf freien Fuß gesetzt werden. Die Untersuchungshaft bezeichnet Löning als "absurd". Was die Frauen getan haben, sei höchstens eine Ordnungswidrigkeit. "Wir appellieren immer wieder an die russische Regierung, die Frauen freizulassen." Eine Reihe internationaler Künstler, unter anderem Sting, hat der Band "Pussy Riot" ihre Unterstützung ausgesprochen. So könne öffentlicher Druck erzeugt werden, sagt Löning.

"Selbstverständlich frustriert mich das"

Im Morgenecho-Interview spricht er auch von persönlicher Frustration, da Appelle an Russland alleine oft nicht weiterhelfen: "Selbstverständlich frustriert mich das. Ich würde mir wünschen, dass die Russen richtig in die europäische Familie kommen, und die europäische Familie bedeutet Freiheit des einzelnen, Schutz des einzelnen, Schutz der Würde des einzelnen." Russland habe sich zu den europäischen Menschenrechtskonventionen bekannt und sei damit verpflichtet, diese einzuhalten.

 

http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/s/d/30.07.2012-06.05/b/prozessbeginn-in-moskau-gegen-pussy-riot.html

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