Die Verteidigung der Mitglieder von Pussy Riot erklärt, dass Unterlagen in dem Fall gefälscht sind, es sind 100 neue Seiten aufgetaucht. Das teilt RIA Novosty mit. Der Anwalt Nikolaj Polozov erklärte, dass in den Zeugenaussagen "ganze Absätze einander wörtlich wiederholen, bis hin zu den Rechtschreibfehlern".
Dennoch hat sich das Moskauer Chamovnikij-Gericht, in dem der Fall verhandelt wird, geweigert, die schriftlichen Aussagen der Geschädigten zu vergleichen. Der Staatsanwalt erklärte, dass Aussagen nur in dem Fall verlesen werden, wenn der Geschädigte nicht selbst ins Gericht kommen kann. Die Richterin Marina Syrova unterstützte seine Meinung. Weiter ergänzte der Staatsanwalt, dass Aussagen nicht wörtlich aufgeschrieben werde. Seiner Meinung erklärt sich die Übereinstimmung dadurch, dass die Aussagen von demselben Ermittler protokolliert wurden.
 
Die Anwälte machten auf die Fälschung in den Unterlagen aufmerksam, nachdem Marija Alechin gebeten hatte, die Endung eines Wortes klarzustellen, das in den Unterlagen mit einem Rechtschreibfehler steht. Sie teilte mit, dass es denselben Fehler im Aussageprotokoll eines anderen Geschädigten gibt. Auch Nadezhda Tolokonnikova merkte an, dass auch die Aussagen der anderen Geschädigten vollständig identisch sind.
Bei der Übertragung auf der Seite der Novaja Gazeta wird mit einem link auf die Pressesprecherin des Chamovnikij-Gerichtes darauf hingewiesen, dass das Gericht "keine detaillierten Übertragungen aus dem Gerichtssaal begrüßt". Nach ihren Worten könnte bei der nächsten Verhandlung, die am 1. August stattfindet, die Nutzung von Telefonen und Computern verboten sen.

 

 

Источник: http://lenta.ru/news/2012/07/31/riot3/